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Leseprobe aus dem Buch
Schnecken an der Kaffeekanne
von Greta Stübinger

 

Jeder Mensch hat einen Spleen, meiner war damals der Gartenteich. Zuerst mit Folie ausgelegt, welche nach dem ersten Winter porös wurde, im Frühjahr mehr Wasser verlor, als ich nachfüllen konnte. Im Mai darauf mit viel Arbeitsaufwand den Teich vergrößern, teurere Folie gekauft, zwei Goldfische dazu.
Für die Goldfische eine Pumpe eingebaut, Wasser plätscherte über einen kleinen Wasserfall. Eine Teichbeleuchtung wurde installiert, abends stundenlang auf die Goldfische gestarrt. (Meine Zebrafische im Aquarium fielen alle Luchsi zum Opfer. Erst fraß er das Fischfutter, später die Fische.)
In den Pfingstferien besuchte mich meine kleine Nichte. Löcherte mich mit Fragen über die Tiere, unter anderem wollte sie wissen ob die Goldfische ‚Mann und Frau’ wären. Ich wusste es nicht. Alexandra kniete am Gartenteich, schrie nach einigen Minuten:
„Schnell, schau her, das sind  d o c h  Mann und Frau!“
Tatsächlich, tausend klitzekleine Goldfischis im Gartenteich, stecknadelgroß.
Drei Wochen später versuchte ich verzweifelt meine tausend kleinen Goldfische loszuwerden, die unheimlich schnell größer wurden.
Kein Mensch wollte im Moment kleine Goldfische, oder sie hatten sich eben welche gekauft. Sissi ahnte von meiner Verzweiflung.
Stundenlang saß sie am Goldfischteich, hielt eben mal kurz die Pfote in das Gedränge, schon hatte sich ein Goldfischchen an einer Kralle aufgespießt.
Dann hatten meine Goldfische Glück. Ein Mann im Dorf hatte einen großen Ententeich. Dort durfte ich Kübel um Kübel, gefüllt mit meinem Goldfischnachwuchs, aussetzen. In dem großen Ententeich hatten die Fische wenigstens Versteckmöglichkeiten und somit Überlebenschancen.
Vater und Mutter Goldfisch hatten diese Chance in meinem Gartenteichlein nicht.
Beide wurden im Herbst ein Opfer von Sissi.
Die Jahre darauf begnügte ich mich damit, im Sommer abends auf eingepflanzte und beleuchtete Seerosenblätter zu starren!

 


 

 

Anschaulich wird erzählt, manchmal humorvoll, manchmal ernst, wie innig die Beziehung zwischen Mensch und Tier sein kann. Und was man im Laufe eines Lebens mit heißgeliebten Haustieren alles erlebt.
Am Rande der Geschichten über ihre Hunde und Katzen erfährt man, dass das Schicksal auch der Autorin einige Hürden in den Weg stellte und wie sie letztendlich deswegen in Südspanien landete.
Eine vergnügliche Lektüre für jeden Tierfreund und für jeden, der sein Haustier liebt.